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Die Stimmen der Blogger aus Israel
Arsch hoch? Zähne auseinander? Nicht für Juden! 
26th-Feb-2010 08:53 pm
море



Stellen wir uns mal vor, auf der Kölner Domplatte versammelten sich fast täglich Menschen zu einer Demonstration, auf der Muslime ausschließlich als Terroristen und Mörder dargestellt werden. Stellen wir uns weiter vor, diese Demonstration wäre mit Karikaturen versehen, auf der Muslime zu sehen sind, die kleine Kinder essen und sich an ihrem Blut laben. Stellen wir uns weiterhin vor, in Köln wäre ein Anti-Islam-Kongress geplant. Was wäre dann wohl in der Domstadt los. Das Schöne und vor allem Beruhigende ist, wir müssen es uns gar nicht vorstellen, denn wir wissen es ganz genau. Die Bürger Kölns würden sich versammeln und dieser Feindlichkeit die rote Karte zeigen, alles unter dem wunderbaren Kölner Motto "Arsch huh, Zäng ussenander!"

Am 20. September 2008 gab es unter dem Motto "Köln stellt sich quer" eine Neuauflage der Aktion "Arsch huh, Zäng ussenander!" auf der Domplatte in Köln. Anlass war der Versuch der Wählergruppe Pro Köln, in Köln ein als „Anti-Islamisierungs-Kongress“ bezeichnetes europaweites Treffen von Rechten zu inszenieren. Zehntausende Menschen vesammelten sich in der Kölner Innenstadt, um dagegen ein Zeichen zu setzen. Das Treffen von Pro Köln wurde so erfolgreich verhindert.

Jene Zehntausende, die sich 2008 versammelten, um gegen eine einseitige Verurteilung des Islams und seiner Länder zu demonstrieren, die an einem Tag in Köln geplant war, jene Zehntausende schweigen überlaut zu der Tatsache, dass auf der Kölner Domplatte seit nunmehr sechs Jahren fast täglich gegen das Judentum und seinem Land agitiert wird.

Seit 2004 widmet sich die sogenannte "Klagemauer" unter Verantwortung von Walter Herrmann inhaltlich einer verzerrenden und einseitigen Darstellung des palästinensisch-israelischen Konflikts. Da allein die Bezeichnung "Klagemauer" für diese Dauerinstallation eine Beleidigung für all jene ist, denen die wahre Klagemauer in Israel etwas bedeutet, wird sie hier von nun an die Antiwand genannt. Durch eine einseitige Darstellung des Leides der Palästinenser und der Darstellung israelischer Politiker als Kriegsverbrecher verzerrt die Antiwand die Realität des Nahostkonflikts und schürt so antisemitische Ressentiments. Israel wird durchgehend als Aggressor dargestellt, während von den Terroranschlägen durch palästinensische Organisationen geschwiegen wird oder diese als verzweifelte Taten von Hoffnungslosen dargestellt werden. Von den Zielen der palästinensischen Hamas und der libanesischen Hisbollah, die beide für die für die physische Vernichtung aller Juden kämpfen, erfährt man an der Antiwand nichts. Vertreter der Synagogen-Gemeinde Köln forderten daher folgerichtig ab 2005 nachdrücklich ein Verbot der Antiwand.

Nun solle man meinen, die Kölner würden für das Recht und die Sicherheit von Juden ebenfalls ihre Ärsche heben und die Zähne auseinander nehmen und sich zusammen mit der Synagogen-Gemeinde "quer stellen" - aber weit gefehlt. Obwohl die Kölner Antiwand am Kölner Dom für Juden und Israelis so ziemlich genau das darstellt, was der Anti-Islam-Kongress in Köln für Muslime und Araber war, allerdings täglich und nicht nur einmalig, herrscht gegenüber der Kölner Antiwand eisiges Schweigen im Kölner Wald. Während Köln auf der einen Seite deutlich macht, dass Muslime zu Köln gehören und es nicht akzeptiert werden kann, wenn gegen Muslime einseitig Stimmung gemacht wird, zeigt eben dieses Köln auf der anderen Seite eine eiskalte Ignoranz gegenüber Juden, eine Ignoranz, die nur eins bedeutet: Juden gehören nicht zu uns! Was die Stadt Köln seinen muslimischen Nachbarn nicht mal einen einzigen Tag zumuten möchte, mutet die selbe Stadt Juden täglich zu. Noch deutlicher kann es Köln gar nicht sagen:

Arsch hoch? Zähne auseinander? Nicht für Juden!

Das Schweigen der Kölner ist ohrenbetäubend und das, obwohl die Kölner Antiwand mittlerweile ekelhafte Züge angenommen hat. An der Kölner Antiwand ist seit einiger Zeit eine Karikatur zu sehen, auf der ein Jude mit Messer und Gabel ein kleines palästinensisches Kind zerstückelt, um sich an seinem Fleisch und Blut zu laben. Bei dieser Karikatur ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass der dort abgebildete Kannibale nicht als Israeli gekennzeichnet ist, was schon widerlich genug wäre, aber mittlerweile bei vielen als "Israelkritik" durchgeht, sondern als Jude. Auf seinem "Schlabberlatz" ist nicht die Israelfahne mit den blauen Tallitstreifen abgebildet, sondern nur der מגן דוד. Hier beleidigt die Karikatur nicht Israel, sondern alle Juden.

Eine solche Karikatur hat es vor dem Kölner Dom seit dem "Dritten Reich" nicht mehr gegeben; dennoch findet sich in Köln niemand, um sich gegen diese Beleidigung quer zu stellen, im Gegenteil: Die menschenverachtende Karikatur wird benutzt, um Kritik am Staat Israel zu formulieren. Das muss man sich mal vorstellen, eine Karikatur, die in der Tradition des mörderischen Antisemitismus steht, eine Karikatur, die sich einer Bildsprache und Ideologie bedient, mit der ein millionenfacher Mord an jüdischen Frauen, Männern und Kindern verübt wurde, einzig und allein in der Absicht, alle Juden der Welt zu vernichten, eine solche Karikatur wird nun zum Anlass genommen, um über mögliche Vergehen einer israelischen Regierung zu debattieren. Eigentlich müssten die Nazis Israel dankbar sein, dass sie jetzt wieder ihre Hetze öffentlich zeigen dürfen.

Während Köln zehntausendfach dafür auf die Strasse gegangen ist, Muslime davor zu bewahren, mit einem Kongress rechter Europapolitiker belästigt zu werden, mutet Köln seinen jüdischen Bürgern eine fast tägliche Erinnerung am millionenfachen Judenmord zu und nutzt die Ideologie der Nazis sogar, um Kritik an Israel zu üben.

Arsch hoch? Zähne auseinander? Nicht für Juden!

Israel kann, darf, soll kritisiert werden, aber die Kritik findet dort ihre Grenzen, wo sie sich der Symbole der Nazis und Antisemiten bedient. Die Karikatur auf der Kölner Domplatte, das Bild vom kinderfressenden Juden, ist nun aber genau das Bild, das Nazis im Stürmer und Antisemiten in ihren Büchern nutzen und genutzt haben, um den Völkermord an Juden zu ermöglichen.

Um den Punkt noch deutlicher zu machen, sei hier an die Mohammed Karikatur von Kurt Westergaard erinnert. Obwohl die Mohammed-Karikatur eine erschreckend harmlose Karikatur ist, die schlimmstenfalls als Spott bezeichnet werden kann, wurde weltweit darüber diskutiert, ob diese Karikatur nicht geschmacklos, ja beleidigend sei. Dabei steht diese Mohammed-Karikatur nicht in einer Tradition des Völkermords an Muslime auch nutzt diese Karikatur nicht eine über Jahrhunderte entwickelte Hassbildersprache wie es die Juden-Karikatur macht.

Als eine Fatwah über Kurt Westergaard, dem Zeichner der Karikatur ausgerufen wurde, wurde immer noch beharrlich über das Beleidigungspotential der Karikatur gesprochen, statt klar für das Recht auf Meinung und Kunst Stellung zu nehmen. Selbst als im Januar 2010 ein Mann mit einer Axt bewaffnet die Wohnung von Kurt Westergaard stürmte, um ihn zu ermorden, ein Mordanschlag, dem der Zeichner nur knapp entgehen konnte, gab es Jounalisten, die nicht etwa den Mörder kritisierten, sondern das Opfer zum Mittäter machten. Am 7. Januar 2010 schreibt Eugen Röttinger in der Südwestpresse sogar, der Zeichner Westergaard sei mindestens so verblendet wie sein Attentäter. Eugen Röttinger benahm sich mit seiner Analyse dabei keinen Deut besser als jene Sexisten, die eine vergewaltigte Frau mit dem Hinweis auf ihre leichte Bekleidung eine Mitschuld an der Tat geben.

Wenn man nun die beiden Karikaturen miteinander vergleicht, werden Gemeinsamkeiten zu Tage treten, weil alles mit allem Gemeinsamkeiten hat, aber viel wichtiger sind die Unterschiede, die deutlich werden, da sie in diesem Falle kaum größer sein könnten.

Auf der einen Seite ist die Mohammed-Karikatur, die Mohammed mit einer Bombe im Turban zeigt. Sie sorgte weltweit für gewalttätige Proteste aufgestachelter Muslime, denen über hundert Menschen zum Opfer fielen. Außerdem brachte sie eine Fatwah und einen Mordversuch über den Zeichner Kurt Westergaard.

Auf der anderen Seite ist die Juden-Karikatur, die einen Juden beim Kinderessen zeigt. Sie löste weder gewalttätige Proteste aus, noch musste der Zeichner dieser Karikatur jemals um seine Gesundheit bangen. Sollte jedoch der Zeichner dieses Bildes jemals mit dem Tode bedroht werden oder um seine körperliche Unversehrtheit bangen müssen, weil er dieses Bild gemalt ich, ich würde nicht einen Moment zögern, laut gegen ein solches Unrecht meine Stimme zu erheben. Die Juden-Karikatur stellt aber für den Zeichner keine Gefahr dar. Stattdessen sind es die durch diese Karikatur verhöhnten Menschen, die um ihr Leben bangen müssen, da diese Karikatur uralte Klischees der judenmordenden Banden zitiert, um todbringenden Hass in die Köpfe der Antisemiten zu pflanzen. Die Mohammed-Karikatur sind somit schlimmstenfalls geschmacklos, die Juden-Karikatur aber ohne Zweifel gefährlich.

Dennoch ist es nicht die Juden-Karikatur, die vom Kölner Dom verschwindet, sondern die Mohammed-Karikatur die von den Seiten der Jyllands Posten, die die Mohammed-Karikatur einst in Auftrag gegeben hatte, verschwindet. Weltweite Proteste und die Warnungen hiesiger Dialog-Anmahner haben schließlich dafür gesorgt, dass die Jyllands Posten die Mohammed-Karikatur nicht mehr veröffentlicht. Dank für diese Entwicklung gilt auch der Süddeutschen Zeitung und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die sich mit vielen Artikeln für einen respektvolleren Umgang mit Muslimen stark gemacht und die Mohammed-Karikatur arg kritisiert haben.

Bei soviel Einsatz der SZ und der FAZ ist es jedoch verwunderlich, dass die täglich auf der Kölner Domplatte, eines der am meisten frequentiertesten Orte Deutschlands, öffentlich ausgestellte antisemitische Karikatur nicht dafür sorgt, dass sich die SZ oder die FAZ für einen respektvolleren Umgang mit Juden stark macht. Für die SZ und FAZ gilt wohl das gleiche, wie für Köln:

Arsch hoch? Zähne auseinander? Nicht für Juden!

Was würde wohl geschehen, wenn die Mohammed-Karikatur jeden Tag am Kölner Dom zu sehen wäre? Man muss nicht viel Phantasie haben, um sich dies ausmalen zu können. Es gäbe Proteste und Ausschreitungen, die schon in kürzester Zeit dafür sorgen würden, dass die Mohammed-Karikatur vom Kölner Dom verschwinden würde. Vermutlich würde sich auch eine nicht geringe Anzahl Kölner ohne muslimischen Glaubens gegen die Verunglimpfung des Islams vor dem Kölner Dom zusammen finden und brav der Arsch hoch und die Zähne auseinander nehmen.

Das ist das eigentlich perfide an der ganzen Angelegenheit. Während im Islam eine Minderheit von gewaltbereiten Terroristen und in Deutschland eine Mehrheit von aufgeklärten Bürgerinnen und Bürger gemeinsam dafür sorgen, dass die Mohammed-Karikatur aus der Jyllands Posten verschwindet, wird die Jüdische Synagogengemeinde von der Mehrheit derselben augeklärten Bürgerinnen und Bürger bei dem Versuch, auf dem zivilisierten Weg der Gerichtsbarkeit für mehr Respekt zu sorgen, allein gelassen. Was die ganze Angelegenheit noch viel schlimmer macht, ist die Tatsache, dass in Deutschland Juden nicht nur allein gelassen werden, sondern sie auch noch bewußt gedemütigt und um ihren Stolz und ihre Würde beraubt werden.

Während auf der Kölner Domplatte ein Symbol des Hasses auf Juden hängen bleiben darf, wurde in Duisburg ein Symbol des jüdischen Stolzes entfernt.
Im Januar 2009 hatten Einsatzkräfte in Duisburg eine private Wohnung in Abwesenheit der Mieter gestürmt, um eine Israel-Flagge aus dem Fenster zu entfernen, da eine aufgepuschte Meute von israelfeindlichen Judenhassern auf der Strasse den Anblick des blauen Davidsterns nicht ertragen konnten und in guter alter Tradition deutscher Pogrome damit began, das den Davidstern mit Steinen zu bewerfen. Nun hätte die Polizei natürlich dafür sorgen können, dass die Meute mit ihrer Gewalt aufhört, aber stattdessen stürmte die Polizei lieber die Wohnung und machte somit die Mieter der Wohnung nicht nur zu Opfern der Judenhasser auf der Strasse, sondern auch gleich zu Opfern des Deutschen Staates. Wieder einmal kapitulierte der Deutsche Staat vor dem Terror der Sturmtruppen auf der Strasse. Es sollte keine drei Monate dauern, bis die Entscheidung der Duisburger Polizei, nicht die Täter zur Rechenschaft zu ziehen, sondern die Opfer zu strafen, per Gutachten als rechtmäßig bezeichnet wurde. Auch für manche deutsche Polizisten gilt somit:

Arsch hoch? Zähne auseinander? Nicht für Juden.

Während Judenhass den Schutz der freien Meinung genießt, muss jüdischer Stolz, wenn es dem Frieden und der inneren Sicherheit in Deutschland dient, einfach mal verschwinden. Dies hat auch unlängst erst ein deutsches Gericht bestätigt, indem es urteilte, dass wer unter Umständen eine Israel-Flagge zeigt und sie nicht verbrennt, von einem deutschen Gericht zu € 300,- Strafe verurteilt werden kann!

Ja, am 17. Januar 2009 fand in Bochum eine Demonstration von über 1500 Personen gegen den Staat Israel statt, zu der vier Moscheegemeinden aufgerufen hatten. Im Zuge dieser Demonstration wurden Parolen wie "Kindermörder Israel“, „Stoppt den Holocaust in Gaza“ und „Terrorist Israel“ laut. Alles schien darauf hinaus zu laufen, dass gleich jemand eine Israel-Flagge verbrennt. Als jedoch eine Studentin die Israel-Flagge herausholte, da verbrannte sie sie nicht, sondern schwenkte sie stolz als Zeichen der Solidarität mit Israel durch die Lüfte Bochums! Daraufhin leitete die Staatsanwaltschaft ein Strafverfahren gegen die Studentin ein, das mit einer Geldstrafe von € 300,- gegen die Studentin endete. Hätte sie die Flagge verbrannt und die Vergasung der Juden gefordert, wäre sie straffrei geblieben, denn das geschieht oft in deutschen Landen.

Jüdische Würde wird somit in Deutschland bestraft, während der Hass auf Juden unter dem Hinweis auf die Freiheit geschützt wird. Was ist das nur für eine Freiheit, die den Hass auf Juden fördert, aber die Würde der Juden unterdrückt? Müssen denn Juden in Deutschland erst millitant und gewalttätig werden, wie eben jene Horde auf den Strassen Duisburg oder während der gewalttätigen Proteste um die Mohammed-Karikatur, damit ihre Gefühle zur Kenntnis genommen werden?

Wenn es in Deutschland so weiter geht, dann könnte es auch bald wieder geschehen, dass Synagogen in Deutschland eine Gefährdung der inneren Sicherheit darstellen. Die ersten Schritte dahin sind bereits getan. So wie einst für Nazis eine Synagoge eine Provokation darstellte, so argumentiert heute die Bochumer Staatsanwältin, die Gruppe um die Studentin hätte die antiisraelische Demonstration mit der Israel-Fahne „provoziert“. Mit anderen Worten: Wenn sich Judenhasser in Deutschland durch einen Davidstern provoziert fühlen und bereit sind, ihre Agression in Gewalt umschlagen zu lassen, sind nicht etwa diese Gewalttäter Verbrecher, sondern jene Menschen, gegen die sich der Hass richtet und die nichts anderes tun, als ihrer Grundrechte zu nutzen.

Die Richterin hielt den Angeklagten sogar vor: „Das war keine ungefährliche Situation, die Sie geschaffen haben.“ Ach so, so wie es von den Juden vor dem 9. November 1938 auch eine nicht ungefährliche Situation gewesen war, sich überhaupt auf deutschem Boden nieder zu lassen. Kein Wunder also, dass die Juden und Jüdinnen damals für die Kosten der Zerstörungen der Pogromnacht selbst aufkommen mussten, nicht wahr verehrte Richterin? Für sie gilt wohl auch:

Arsch hoch? Zähne auseinander? Nicht für Juden!

Bleibt zum Schluss die Frage, wenn es in Deutschland kaum jemanden gibt, der für Juden seinen Arsch hoch und seine Zähne auseinander nimmt, warum bloß folgender Satz so oft zu hören ist: "Man wird doch wohl noch mal Israel kritisieren dürfen." Ich verstehe das nicht? Ich sehe keinen Haufen deutscher Ärsche und keine weiße Reihe deutscher Zähne, die sich für Israel, geschweigedenn für Juden stark machen. Nichts ist in Deutschland somit einfacher als Israel zu kritisieren und Juden als Kinderfresser darzustellen. All dies ist ganz einfach in diesem unserem Deutschland, in dem ein einfaches Motto herrscht:

Arsch hoch? Zähne auseinander? Nicht für Juden!
Eingestellt von Gerd Buurmann

http://tapferimnirgendwo.blogspot.com/2010/01/arsch-hoch-zahne-auseinander-nicht-fur.html
Comments 
1st-Mar-2010 08:14 pm (UTC)
Leidige und ekelhafte Fortsetung des Thema.
Gibt es noch Unterschied zwischen bundesdeutscher und Nazi-Justiz?
Ich sehe gar keinen mehr!

Die Welt schreibt heute:

Anti-israelische Hetze bleibt in Köln straffrei

Von Alan Posener
26. Februar 2010, 13:11 Uhr
An der Kölner „Klagemauer" gibt es eine Karikatur, auf der ein Mann mit Davidsstern einen kleinen, blutenden Menschen verspeist. Der Kölner Theatermann Gerd Buurmann hat dagegen Anklage erhoben – wegen Volksverhetzung. Doch die Staatsanwaltschaft will dagegen nichts unternehmen. Ein Skandal.

Der Mann trägt ein Lätzchen, auf dem der Davidsstern prangt. Mit Messer und Gabel macht er sich daran, einen kleinen, blutenden Menschen zu zerstückeln und zu essen. Neben ihm steht ein Glas voll Blut. Woher stammt diese antisemitische Karikatur? Aus dem „Stürmer“?

Nein, sie wird jeden Tag auf der Kölner Domplatte, in der guten Stube der Domstadt, ausgestellt – im Rahmen einer Installation mit antiisraelischer Propaganda, die sich ausgerechnet „Klagemauer“ nennt. Der Kölner Theatermann Gerd Buurmann hat dagegen Anklage erhoben – wegen Volksverhetzung. Die Kölner Staatsanwaltschaft will aber nichts unternehmen. Ein Skandal.

Die Kölner „Klagemauer“ ist eine Erfindung des ehemaligen SDS-Aktivisten und Kölner Originals Walter Herrmann. Ursprünglich, Ende der 1980er Jahre, nutzte Herrmann seine „Klagemauer“, um auf die Situation der Kölner Armen und Obdachlosen aufmerksam zu machen. 1991, unter dem Eindruck des Ersten Golfkriegs, funktionierte er sie zur „Klagemauer für Frieden“ um. 50.000 Passanten und Prominente schrieben oder malten auf DinA4-Papptafeln ihre Wünsche und Gedanken zum Thema Frieden auf, darunter der Dalai Lama, der Schriftsteller und Chronist stalinistischen Terrors Lew Kopelew, der Plakatkünstler Klaus Staeck, jetzt Präsident der Akademie der Künste in Berlin, der Befreiungstheologe Ernesto Cardenal. 1998 erhielt Herrmann dafür den „Aachender Friedenspreis“.

In Dresden zeigt sich das Gesicht des Bürgertums Von Anfang an versuchten Kirche und Ordnungsamt immer wieder, Herrmann und seine Plakatwand zu entfernen. Es gab Klagen, Gerichtsverfahren, Räumungsaktionen. Seit 2004 beschränkt sich Hermann auf antiisraelische Propaganda. Und seitdem hat er Ruhe.

Wohlgemerkt: Israel-Kritik genießt selbstverständlich den Schutz des Grundgesetzes. Aber die Darstellung eines menschenfressenden, Blut saufenden Juden – eine Anspielung auf alte christliche Hetzpropaganda, der zufolge Juden zu Pessach christliche Kinder ermorden und ihr Blut trinken und zum Backen der Pessach-Matzen verwenden – hat mit politischer Kritik an Israel nichts mehr zu tun.

So schrieben etwa die Kölner Grünen: „Wir Grüne haben uns damals für den Erhalt der ‚Klagemauer’ eingesetzt. Mittlerweile ist die ‚Klagemauer’ aber zu einem Instrument verbohrter und einseitiger Israelkritik verkommen.“ Die Karikatur, auf der ein Jude einen Palästinenser zerstückelt und verspeist, nennen die Grünen „widerwärtig“ und „ganz klar antisemitisch“. Dennoch sind sie der Meinung, wie offenbar auch die anderen Kölner Parteien und die katholische Kirche, die Herrmann seit Jahren gewähren lässt, „durch das Recht auf Meinungsfreihet gedeckt ist“.
1st-Mar-2010 08:15 pm (UTC)
Der Kölner Literat und Schauspieler Gerd Buurmann, Leiter des Severins-Burg-Theaters, war nicht der Meinung, dass Antisemitismus durch das Recht auf Meinungsfreiheit gedeckt ist und erstattete Anzeige wegen Volksverhetzung. Der stille Beifall aus fast allen Parteien war groß, die Bereitschaft, sich der Anzeige anzuschließen oder eine Aktion gegen die Klagemauer zu starten, tendierte gegen Null. Und dies in einer Stadt, in der Zehntausende auf die Beine kamen, um gegen eine Kundgebung der rechtslastigen islamophoben Anti-Moschee-Initiative „Pro Köln“ zu protestieren. Offenbar ist Antisemitismus jedenfalls dann „durch das Grundgesetz gedeckt“, wenn er von einem ehemaligen Linken propagiert wird und sich gegen Israel richtet.

Nun hat die Staatsanwaltschaft zu erkennen gegeben, dass sie das ähnlich sieht. In einem Gespräch mit Buurmann hieß es aus dem Büro des Staatsanwalts, der Paragraf 130 StGB schütze nur Inländer vor Volksverhetzung. Für die Staatsanwaltschaft sei die Karikatur zwar „israelfeindlich, aber nicht antisemitisch“.

Das ist schon ziemlich ungeheuerlich. Denn es ist offenkundig, dass Herrmann zur Begründung seiner Israelfeindlichkeit alte religiös-rassistische Stereotypen benutzt und belebt. Die betreffen eben nicht „nur“ Israelis.

Das gibt die Staatsanwaltschaft auch indirekt in seiner zweiten, der ersten widersprechenden, Begründung zu. Buurmann, so die Behörde, sei nicht „strafantragsberechtigt“, da er weder Jude noch Israeli sei. Wäre er ein in Deutschland lebender Jude oder Israeli, wäre sein Antrag immerhin „geprüft“ worden. Womit die Staatsanwaltschaft einerseits zugibt, dass es sehr wohl betroffene „Inländer“ gibt, und zwar nicht nur israelische Staatsbürger und deutsche Juden.
Andererseits scheint sie davon auszugehen, dass antiisraelische und antisemitische Hetze nur Juden und Israelis, nicht jedoch andere deutsche Staatsbürger angehe. Das steht eindeutig im Widerspruch zum Grundgesetz, in dem es heißt, die Würde des Menschen sei unantastbar – und nicht, die Würde des arischen Menschen sei unantastbar, die Würde seiner nichtarischen Mitmenschen habe ihn nichts anzugehen.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article6572587/Anti-israelische-Hetze-bleibt-in-Koeln-straffrei.html

Das bedeutet im Klartext, Judenhass und Judenverfolgung ist in Deutschland noch genau so salonfähig wie vor 70 Jahren, man muss nur ein Linker sein. Welche antisemitischen Ressentiments mögen tief in den Rechtshütern verborgen liegen, die so etwas gutheißen? Und in der Bevölkerung, die sich so viele Jahre nicht an den Darstellungen gestört hat?
1st-Mar-2010 11:04 pm (UTC) - Achtung!
Achtung!
Es wird gesucht: ein waschechter Kölner Jude oder Israeli!
Ein Nicht-Jude darf ja laut Kölner Staatsanwaltschaft nichts gegen Nazismus unternehmen. Genauso wie in 30er Jahren.

Interview mit Gerd Buurmann:

http://tapferimnirgendwo.blogspot.com/2010/02/juden-und-israelis-fur-kolner.html

Anonym hat gesagt…
Für die Besucher unserer Stadt!!

Die Stadt des Frohsinns lädt euch ein.
Doch bist du Jud`
dann sei auf der Hut!
Kommst du am Domplatz an
findest du einen Mann,
der zeigt dich gern
bewaffnet mit einem Messer
als reinen Kinderfresser.
Erreg dich nicht,
du bist es nicht,
sagt das Gericht.
Es ist dein Volk im Nahen Osten,
das schlachtet Kinder wie die Ochsen.
Antisemitismus ist es aber nimmer
den gibt´s hier nicht, wie es war schon immer.

Monica


ezra hat gesagt…
Ich bin Juristin und diese Aussage mit einer "Strafantragsberecfhtigung" ist schlichtweg falsch. Mit Absicht?!

§ 130 StGB ist ein sogenanntes "Offizialdelikt" für das man eben gar keinen Strafantrag stellen muss, dass heißt, sobald die Behörden Kenntnis von einem solchen Delikt erlangen müssen sie von Amts wegen ermitteln!

Bei Antragsdelikten steht dann: "Die Tat wird nur auf Antrag verfolgt." Das kann ich beim § 130 StGB nicht finden, vielleicht in der Kölschen Klügelausgabe des StGB?!


Anonym hat gesagt…
Bei §130 StGB erkenne ich keine Einschränkung der Antragsfähigkeit, von daher kann ich mir eine Einstellung mit dieser Begründung nicht vorstellen.


Anonym hat gesagt…
Wow! Ab jetzt werden wieder Juden und Nichtjuden vor Gericht unterschieden. Ist es angebracht, die Damen und Herren der Staatsanwaltschaft zu fragen, woran sie denn Juden erkennen können, jetzt wo die praktischen Arierausweise und die zeitlos modischen Armbinden nicht mehr verwendet werden?

Ich habe eine furchtbar krumme Nase und dunkle, lockige Haare wie meine Eltern schon vor mir, war aber niemals freiwillig in einer Synagoge und seit meiner Jugend gar nicht mehr. Ob das dennoch für eine Strafantragsberechtigung genügt oder habe ich mich durch die anhaltende Glaubensfaulheit irgendwie selbst "entjudet"?

Muss ich gebuckelt humpeln, eine Kopie des "Stürmers" zur besseren Profilerkennung mitbringen oder genügt es vorm Kadi die Hose herunterzulassen?


Fragen über Fragen,

- ein elender Zyniker


Anonym hat gesagt…
Das wundert mich nicht, dass unsere weisungsgebundene Justiz so einen juristischen Schwachsinn hier loslässt.

Schließlich soll es ja auch Strafanzeigen gegen den Kölner OB wegen Tun durch Unterlassen (Garantenstellung) nach § 13 StGB gegeben haben. Damit hätte unsere Speichlleckerjustiz auch Anklage gegen den OB erheben müssen, weil der als Ordnungsbehörde nicht eingeschritten ist.

Ich denke mal, dem StA steht jetzt eine blendende Karriere bevor.

Hatten wir schon mal-nach 1933!
1st-Mar-2010 11:04 pm (UTC)
Heimo Geske hat gesagt…
& mal angenommen - jemand hängt eine Mohammed-Karikatur an eine Tafel vor dem Kölner Dom & bleibt daneben stehen - hm - wenn er nicht gelyncht wird, dann würde sicher sofort die Staatsanwaltschaft eingreifen, egal ob ein Moslem Anklage erhebt oder nicht


Anonym hat gesagt…
Die in Deutschland lebenden Juden/Israelis sind auffallend still.Könnte daran liegen, dass es wieder gefährlich ist in Deutschland. Jetzt muss man nämlich nicht nur mit dem braunen Mob rechnen, sonder auch und vor allem mit den abertausenden Hamas und Hisb'allah Sympathisanten- namentlich Milli Görüs- mit ihren über dreihundert Moscheen in Deutschland. Für Nachwuchs ist gesorgt



Anonym hat gesagt…
und wieder ein Schritt weiter, nachdem man bei uns schon wieder "Juden ins Gas", "Israel Kindermörder", "wir sind alle Hamas" des Ex-Grünen Karsli auf der Straße akzeptiert und rufen darf, nachdem, anstatt einem pöbelnden Mob in die Schranken weisen, in Duisburg eingeknickt wurde und eine Israelfahne gewaltsam eingeholt wurde, nachdem eine Studentin, die sich solidarisch mit Israel zeigte, 300 Euro Strafgeld bezahlen musste, nachden junge Juden öffentlich zugeben, daß sie wieder Angst haben müssen, jetzt auch noch dieses, wieviel Meinungsfreiheit bezüglich Israel und den Juden ist denn wieder erlaubt? Mich kotzen Menschen an, die das alles als Meinungsfreiheit verkaufen wollen, mich kotzt aber auch die deutsche Berichterstattung an, die seit Jahren antiisrael schreibt und somit bewusst oder unbeswusst antijüdische Ressentiment schürt, die Deutschen sind wieder antisemtisch wie nie eingestellt, man lese dazu nur die täglichen Kommentarbereiche, dazu kommt der Judenhass und ja, es ist so, der bei uns lebenden Muslime, wann wachen wir wieder auf? Wenn es zu spät ist.

Die Meinungsfreiheit hört dort auf, wo sie verleumderisch wirkt, anders als bei den Mohammedkarikaturen ist hier nämlich keine Lebensgefahr für die antisemitische Urheber gegeben, es brennen keine Botschaften und deutsche Flaggen werden auch nicht verbrannt. Ich bin ehrlich entsetzt, aber es fängt immer mit Kleinigekeiten an, erst das Bundesverdienstkreuz an Frau Langer, dann die Auszeichnung an Herrn Mankell, dann systematische Hetze im Internet, selbst der Altbundeskanzler Schmidt reiht sich in diese Reihe ein, der es doch besser wissen müsste, Israel wird dargestellt, als wenn es der alleinige Agressor wäre, ohne daß sich ein Medium über die pausenlosen Angriffe der Gegenseite aufregt, ohne daß nach dem Sicherheitsbedürfnis der israelischen Leute gefragt wird, ohne daß Garantien für ein Nachgeben gegeben werden. Ich finde es widerlich, denn mir erscheint es, als wenn man Israel zum Abschuss freigibt....

Zu meinen Vorposter, natürlich setzen sie sich nicht für Dafur, Senegal, Kongo oder irgendetwas ein, noch nicht einmal für die PalAraber, die im Libanon von mehr als 80 Berufen ausgesperrt sind, die keine Bürgerrechte bekommen, die kein Land kaufen dürfen, haben Sie einen Aufschrei wegen der innerarabischen Morde (Schwarzer September) und Verfolgungen gehört? Und ich sage auch warum, weil sie es den Juden/Israelis mal so richtig wieder geben wollen, nur das treibt diesen Zyniker

http://tapferimnirgendwo.blogspot.com/2010/02/juden-und-israelis-fur-kolner.html
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